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Betreuung ist mehr wert!
Was wäre unsere Gesellschaft ohne Menschen, die für andere da sind? In Erziehung und Pflege etwa leisten viele Außerordentliches. Dafür verdienen sie unsere höchste Wertschätzung. Fakt ist aber: Fast jede Arbeit wird besser bezahlt als der Dienst am Menschen. Die staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen der betreuenden Berufe sind mangelhaft. Gemeinsam mit Ihnen will ich sie verbessern. Dafür werbe ich mit meiner Kampagne "Betreuung ist mehr wert!".

 

 

 

 

Pflege im Alter – Hauptsache satt und sauber?


(5. Juli 2013)

Bayerns hausgemachter Pflegenotstand ist eine Zumutung für Pflegende, Pflegebedürftige und Angehörige. Das kann jeden von uns treffen. Wir müssen handeln – jetzt! Beim Fachgespräch im Seniorenwohnpark Vaterstetten hatte ich Experten aus dem Bereich Pflege zu Gast: Dr. Helmut Platzer als Vertreter der Krankenkassen und Vertragspartner bei Pflegeleistungen, Joachim Görtz als Landesgeschäftsstellenleiter des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste in Bayern, Peter Selensky als Vertreter der Wohlfahrtsverbände und Vorsitzender der Diakonie Rosenheim, Anbieter ambulanter Pflege im Landkreis, Sebastian Rokita, Leiter des GSD Seniorenwohnparks in Vaterstetten und Hausherr an diesem Nachmittag und Christian Kerschner-Gehrling, Geschäftsführer des Pflegesterns und Moderator der Veranstaltung. Die Einführung übernahm Bürgermeisterkandidatin Heike Tischler.

In den Vordergrund des Austauschs drängte sich rasch die nötige Neudefinition des Pflegebegriffs. "Die Minireform der schwarz-gelben Regierung reicht nicht aus, um der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz gerecht zu werden." klagte Dr. Helmut Platzer an. Die gesetzlichen Pflegevorgaben werden den Pflegebedürftigen in keiner Weise gerecht: sie erlauben nur eine Grundpflege, aber keinerlei individuelle Betreuung. In Bayern fehlen jetzt schon rund 7000 Pflegekräfte. Um den Notstand im Pflegebereich zu entschärfen, benötigen wir ab sofort auch im Landkreis Ebersberg 10 bis 15 Prozent mehr Fachpersonal. Ein Ausbau von Pflegestützpunkten soll flächendeckend, zuverlässig und wohnortnah pflegenden Angehörigen die Beratung und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie für die Betreuung ihrer Angehörigen benötigen. Vereinbart waren mit den Kranken- und Pflegekassen in Bayern 60 Pflegestützpunkte – lediglich sieben wurden errichtet.

Neben einer deutlich verstärkten und kostenfreien Ausbildung von Pflegekräften brauchen wir barrierefreie Wohnungen, ambulante Betreuungsformen, bis hin zu einer "besseren Anerkennung häuslicher Pflegezeiten bei der Rentenberechnung, ähnlich der Kindererziehungszeit", so Peter Selensky. "Um ein Leben in Würde bieten können, müssen dringend mehr Fachkräfte ausgebildet werden". Auch hier wurde von Regierungsseite viel zu wenig unternommen. "Die Zahlen sind lange bekannt", so Joachim Görtz. "Man steuert mit Vollgas in eine absehbare Katastrophe, ohne wirksame Reformen einzuleiten. Das ist höchst dramatisch. Die Regierung verwaltet das Problem seit acht Jahren!"
Sebastian Rokita kann schon heute nicht alle Stellen in seinem landkreisweit größten Seniorenwohnpark mit 259 Plätzen besetzten. Außerdem wünschte er sich ein sinnvolles Maß an Dokumentationspflicht und mehr Zeit für die Pflege. Vor allem auch Menschen mit Demenz und Mehrfacherkrankungen können nicht "im 10-Minuten-Takt abgefertigt" werden. Der Pflegeberuf muss attraktiver, die gesellschaftliche Anerkennung, die Entlohnung und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Bisher kommen von den Regierungsparteien höchstens aufmunternde Worte. Kaum eine qualifizierte Arbeit wird so schlecht bezahlt wie der Dienst am Menschen. Betreuung ist mehr wert!

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