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Betreuung ist mehr wert!
Was wäre unsere Gesellschaft ohne Menschen, die für andere da sind? In Erziehung und Pflege etwa leisten viele Außerordentliches. Dafür verdienen sie unsere höchste Wertschätzung. Fakt ist aber: Fast jede Arbeit wird besser bezahlt als der Dienst am Menschen. Die staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen der betreuenden Berufe sind mangelhaft. Gemeinsam mit Ihnen will ich sie verbessern. Dafür werbe ich mit meiner Kampagne "Betreuung ist mehr wert!".

 

 

 

 

Aktion Rollentausch - Die ambulante Pflege im Fokus


(07. Mai 2014)

Anlässlich des "Internationalen Tages der Pflege" am kommenden Montag und der vom Sozialministerium ins Leben gerufenen Aktion "Rollentausch" konnte ich in dieser Woche bei der AWO-Sozialstation Markt Schwaben den Alltag in der ambulanten Pflege hautnah miterleben. Dieser Rollentausch war für mich eine wunderbare Gelegenheit, die vielen Facetten eines Pflegealltags einmal selbst mitzuerleben und Einblicke in diesen leider viel zu wenig wertgeschätzten Beruf zu erhalten.


(mit mir im Bild: Frau Kern)

Zusammen mit der examinierten Altenpflegerin Frau Dissel besuchte ich pflegebedürftige Seniorinnen im Landkreis und tauschte mich in einem anschließenden Gespräch mit der Leitung des ambulanten Pflegedienstes und der Geschäftsführerin der AWO Markt Schwaben über die drängendsten Probleme in der ambulanen Pflege aus: es ist die hohe körperliche und psychische Arbeitsbelastung, die schlechte finanzielle Refinanzierung der erbrachten Leistungen und die insgesamt hohe Belastung der Pflegenden durch den Fachkräftemangel. Darüber hinaus fehlt eigentlich meist die Zeit, um auch auf die ganz individuellen Anliegen der Pflegebedürftigen einzugehen. Dabei müsste die Einstufung in einer bestimmte Pflegestufe und die dazu gehörigen Leistungskomplexe Spielraum lassen für die Bedürfnisse des Einzelnen - Pflege nach der Stoppuhr wird unserem Anspruch nach menschenwürdiger Pflege nicht gerecht! Umso erfreulicher ist es, dass die AWO Markt Schwaben - trotz mangelnder Zeit und Refinanzierung - die Seniorinnen und Senioren im Landkreis auch dabei unterstützt, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Der Berufsstand kämpft zudem noch immer mit einer geringen Wertschätzung durch die Gesellschaft und mit äußerst niedrigen Gehältern. Es ist nachvollziehbar, dass viele Pflegekräfte unter diesen Umständen nicht arbeiten wollen und auch nicht arbeiten können. Hier braucht es dringend Verbesserungen: Wir brauchen zum einen nachhaltige Konzepte gegen den Fachkräftemangel, zum anderen müsen die Rahmenbedingungen in der Pflege endlich besser werden. Denn nur so können die Pflegeberufe attraktiver und Pflege wieder so gestaltet werden, dass sie unseren Ansprüchen an ein menschenwürdiges Umsorgen im Alter gerecht wird - Pflegebedürftige erwarten mit Recht eine gute Versorgung in Würde und Selbstbestimmung. Vieles wäre unter den derzeitigen Umständen allerdings ohne den unermüdlichen und unentgeltlichen Einsatz pflegender Angehöriger nicht möglich. Nicht nur, dass sie vieles auf sich nehmen - beispielsweise wenig Privatleben oder die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf -, auch zahlreiche bürokratische Hürden sowie der Mangel an kompeten Beratungsstellen erschweren den Familien die häusliche Pflege.


Mein Fazit zum Rollentausch: Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut, dass sich auch die Angehörigen der Pflegebedürftigen auf meiner Tour durch den Landkreisnorden Zeit für ein Gespräch mit mir nehmen wollten und mir ihre Anliegen für meine Arbeit im Landtag mitgegeben haben. Der Rollentausch war eine sehr gelungene Aktion. Der Einsatz der Pflegekräfte der AWO Markt Schwaben, die weit über das geforderte Maß hinausgeht, hat mich sehr beeindruckt. Hier steht klar der Mensch im Mittelpunkt , nicht die Wirtschaftlichkeit - auch wenn das einen finanziellen Hochseilakt bedeutet.

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