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Betreuung ist mehr wert!
Was wäre unsere Gesellschaft ohne Menschen, die für andere da sind? In Erziehung und Pflege etwa leisten viele Außerordentliches. Dafür verdienen sie unsere höchste Wertschätzung. Fakt ist aber: Fast jede Arbeit wird besser bezahlt als der Dienst am Menschen. Die staatlich vorgegebenen Rahmenbedingungen der betreuenden Berufe sind mangelhaft. Gemeinsam mit Ihnen will ich sie verbessern. Dafür werbe ich mit meiner Kampagne "Betreuung ist mehr wert!".

 

 

 

 

427 Notrufe von gewaltbetroffenen Frauen im Landkreis Ebersberg


(3. August 2016)
Einer aktuellen Ermittlung zufolge haben sich über 6.200 Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen waren, im Jahr 2014 bayernweit an einen Frauennotruf gewandt. Rund 1.500 Frauen haben im selben Jahr mit ihren Kindern in einem bayerischen Frauenhaus Zuflucht gefunden - ebenso viele Frauen mussten aber aufgrund fehlender Plätze abgewiesen werden.

Wie sich die Situation für betroffene Frauen und ihre Kinder im Landkreis Ebersberg gestaltet und welcher Handlungsbedarf besteht, das wollte ich bei einem Besuch beim Frauennotruf Ebersberg erfahren. Gemeinsam mit den beiden frauenpolitischen Sprecherinnen der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr und Ruth Müller tauschte ich mich mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs und einer Vertreterin des Dachverbands aus.

Auch der Frauennotruf Ebersberg wurde im Jahr 2015 427-mal in Notsituationen oder bei Beratungsbedarf kontaktiert – gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 50 Kontakten. „Die Frauen wenden sich an uns nicht nur in ganz akuten Notlagen, sondern auch, wenn sie merken, dass sich in ihre Beziehung eine von Gewalt geprägte Dynamik eingeschlichen hat“, berichtet Tanja Hafner vom Frauennotruf Ebersberg. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Silvia Bothe ist sie für die betroffenen Frauen und ihre Kinder im Einsatz und berät, unterstützt und vermittelt Hilfsangebote. Viele der Erstkontakte gehen über in eine längere Beratungs- und Begleitungszeit der von Gewalt betroffenen Frauen.


Frauenfrühstück mit ernstem Thema – Jede vierte Frau in Bayern ist von Gewalt betroffen! (v.l.n.r.): MdL Ruth Müller, MdL Dr. Simone Strohmayr, MdL Doris Rauscher, Silvia Bothe, Helga Khamis und Elisabeth Stanglmeier (beide Vorstand des Trägervereins), Tanja Hafner, Antje Krüger (Fachreferentin Paritätischer Wohlfahrtsverband)

Neben den beiden Hauptamtlichen sind aber auch die zwölf Ehrenamtlichen, die neben den beiden Sozialpädagoginnen das 24-Stunden-Notruftelefon betreuen und oftmals die ersten Ansprechpartnerinnen sind, eine feste Größe des Vereins. Die Ehrenamtlichen sind für den Verein besonders wichtig, doch oftmals kommen sie auch an die Grenzen der Belastbarkeit. Wichtig wäre es daher, mehr Hauptamtliche zu haben, um betroffene Frauen intensiver in ihren sehr schweren Zeiten zu begleiten und die Ehrenamtlichen zu entlasten! Gerade auch für Frauen mit besonderen Bedürfnissen, wie z.B. Frauen mit Behinderung, einer Suchtthematik oder auch geflüchteten Frauen, könnte dann auch die notwendige Unterstützung geschaffen werden.

Weitere Probleme, die wir mit den Vertreterinnen des Frauennotrufs, der Vereinsführung und der Fachreferentin des Dachverbands, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, diskutierten, waren das dringend notwendige Angebot für die mitbetroffenen Kinder und Jugendlichen auch in Beratungsstellen, die Stärkung der Täterberatung und insbesondere die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Vielfach scheitern die Frauen daran, eine eigene Wohnung zu finden, die sie sich leisten können. Finden sie keine, müssen sie entweder länger in einer Schutzwohnung oder einem Frauenhaus bleiben oder im schlimmsten Fall zu ihrem Partner zurückkehren.

Damit der Frauennotruf auch im kommenden Jahr seine wichtige Arbeit machen kann, braucht es von Seiten des Freistaats eine bessere finanzielle und personelle Förderung sowie die Stärkung der ambulanten und stationären Hilfsangebote – denn nur dann kann allen betroffenen Frauen auch umgehend geholfen werden. Der Landkreis Ebersberg unterstützt die Arbeit sehr vorbildlich, doch auf Seiten des Freistaats muss dringend nachgebessert werden!

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