Kinder online nicht alleine lassen

28. August 2025

Es ist erschreckend, dass rein statistisch betrachtet auch im Landkreis Ebersberg im vergangenen Jahr 22 Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch sowie 74 Fälle von Kinderpornografie angezeigt wurden. Dazu kommen Betroffene, deren Übergriffs- und Missbrauchserfahrungen nicht registriert wurden.

Wie das aktuelle Lagebild des Bundeskriminalamtes zu Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendlichen belegt, bleiben die registrierten Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern auf hohem Niveau. Für Bayern weist die Statistik 2.031 Fälle von sexuellem Missbrauch aus, im Bereich Kinderpornografie wurden 6.829 Fälle registriert. Diese Zahlen umfassen aber nur die angezeigten Taten, das Ausmaß im Dunkelfeld lässt sich nur erahnen. Wir müssen auch in Bayern unsere Kinder besser schützen – in der analogen Welt und im digitalen Raum.

Was besonders auffällt, ist der Anstieg an Vorfällen im digitalen Raum: Kinder bewegen sich heutzutage ganz selbstverständlich im Netz – oft tun sie das völlig unbeaufsichtigt. Wir müssen unser Bewusstsein dafür schärfen, wie schnell sie dabei online an Personen geraten, die eine echte Gefahr für sie sind. Es reichen wenige Klicks und schon fragen Unbekannte im Schatten der Anonymität nach intimen Fotos oder Videos.

Wir müssen wachsamer werden und digitale Schutzräume für Kinder schaffen. Eine Möglichkeit ist, Plattformen gesetzlich dazu zu verpflichten, Schutzmechanismen zu integrieren. Klar ist: Anbieter dürfen sich ihrer Verantwortung nicht länger entziehen.

Aber auch in der analogen Welt gilt es, wachsam zu sein und bei den ersten Anzeichen von Missbrauch zu reagieren. Wir brauchen mehr Engagement im Bereich der Prävention, damit es möglichst gar nicht zum Missbrauch kommt, und bessere Meldeketten und Unterstützungsangebote im Bedarfsfall. Nach wie vor geht vom nahen sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen die größte Gefahr aus – deshalb wir sind als Gesellschaft gefragt. Hinschauen, Erkennen können und Handeln muss für mehr Schutz unserer Kinder selbstverständlich werden!

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